Gelungene Protestaktion „Die Ludwig-Quidde leuchtet“

Am Freitagabend, 1. November, leuchtete eine 300 Meter lange Lichterkette entlang der Naturfläche an der Ludwig-Ouidde-Straße. Dort, wo vielgeschossige Betonriegel entstehen sollen, setzten wir als Buchholzer Bürgerinnen und Bürger damit ein Zeichen unseres Protestes.

Mit Transparenten wie “KEINE neue Satelitenstadt in Buchholz“ und “GRÜN statt Beton“ bekundeten die Buchholzerinnen und Buchholzer ihren Unmut gegen Großbauirrsinn und Naturzerstörung.

Zustimmung und Beifall erhielt Henry Merker, Sprecher unserer Bürgerinitiative, als er den weitestgehenden Erhalt der Naturflächen an der Ludwig-Ouidde-Straße forderte. Falls Teilflächen bebaut werden, darf das nur maßvoll und ortsgerecht nach geltendem Flächennutzungsplan (FNP) erfolgen. Die Stadtplaner der 1990-er Jahre erkannten richtig, welche Art der Bebauung hier in einer gartengeprägten Siedlungsstruktur möglich ist und stellten einen angepassten FNP auf. Getrieben von einem kurzsichtigen Großbauaktionismus soll jetzt dieser begründete FNP über den Haufen geworfen werden.

Trotz ungünstiger Witterungsbedingungen und einsetzendem Regen durften wir uns über deutlich mehr teilnehmende Buchholzerinnen und Buchholzer freuen als bei den Aktionen im Mai und September. Es zeigt, immer mehr bringen sich aktiv ein gegen das Großbauvorhaben und für den Erhalt der Lebensqualität in Buchholz-Ost.

In Gesprächen, die wir beim Aufbau der Lichterkette führten, wünschten sich die bis zur Sperrung durchfahrenden Autofahrer Informationen über unsere Aktion und zeigten Verständnis für die Verkehrsbeeinträchtigung. 

Unser Buchholzer “Lichtpunkt“ war Teil einer gemeinsamen Aktion im Pankower Norden, bei der zeitgleich in Blankenburg und Karow “Lichtpunkte“ gesetzt wurden. Auf dem Portal pankow.live findet sich ein Pressebericht über die Aktion in den drei Orten: 

Während der Demonstration war die Ludwig-Quidde-Straße von der Straße 160 bis zum Landapfelweg zuverlässig abgesperrt worden. Dafür möchten wir uns bei den Verantwortlichen der Polizei und den Beamten vor Ort bedanken. 

Ein Licht für den Berliner Nord-Osten

Am 1. November werden an verschiedenen Standorten im Berliner Nord-Osten Lichtpunkte initiiert, an denen sich Menschen versammeln, um mit Kerzen und Lichtern ihren Protest auszudrücken. Kommt zahlreich und bringt Freunde, Bekannte und Familie mit.

An den Standorten stehen Kerzen und Gläser bereit. Jeder kann natürlich auch gern seine eigene Kerze, Taschenlampe und Lichterkette mitbringen.

Treffpunkt:
an der Naturfläche in Höhe Ludwig-Quidde-Straße 34,
1. November um 17:45

Übersichtskarte der Lichterkette mit Treffpunkt

Sternmarsch am 26. September 2019

Am Donnerstag dem 26.09.2019 fand der gemeinsame Sternmarsch mehrerer Pankower Bürgerinitiativen statt. Unter der gemeinschaftlichen Forderung nach einer vernünftigen Verkehrslösung für den gesamten Berliner Nordostraum, zogen Demonstrationszüge aus den betroffenen Ortsteilen Buchholz, Blankenburg, Heinersdorf, Malchow und Karow zur großen Abschlusskundgebung am Dorfanger Blankenburg. Auch unsere Bürgerinitiative war dabei und nutzte die Möglichkeit, unsere Forderungen öffentlich zu machen. Auf der Abschlusskundgebung äußerten sich die Vertreter*innen der beteiligten Initiativen. Für unsere Bürgerinitiative ergriff Herr Merker das Wort.

Der Sternmarsch bildet das erste Achtungszeichen an Politik und Verwaltung! Er zeigt, dass das Netzwerk Pankower Initiativen tatsächlich existiert und bei allen Beteiligten der feste Wille zur Durchsetzung des gemeinsam erarbeiteten Forderungskatalogs besteht. Dabei bildet der Sternmarsch erst den Auftakt. Weitere Aktionen werden folgen.

Mehr auch auf Pankow LIVE:

Aufruf zum Sternmarsch am 26. September

Liebe Buchholzerinnen und Buchholzer,

bitte unterstützen Sie mit Ihrer Teilnahme am Sternmarsch zum Blankenburger Dorfanger das Netzwerk Pankower Initiativen, das sich für eine nachhaltige und ortsverträgliche Bebauung im Nordosten Pankows einsetzt.

Treffpunkt: Bahnhofstraße/Ecke Blankenburger Weg um 16.30 Uhr am 26. September

Ihre Bürgerinitiative Buchholz-Ost

Bezirksverordnetenversammlung Pankow fordert Lärmschutzwände westlich der A114

Die Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin ist der Empfehlung ihres Ausschusses Umwelt und Natur gefolgt und hat am 14. August einstimmig beschlossen, dass sich das Bezirksamt Pankow für Lärmschutzwände auch auf der westlichen Seite der Autobahn A114 einsetzen soll.

Der BVV-Beschluss lautet:

Dem Bezirksamt Pankow wird erneut empfohlen, sich im Zuge der grundhaften Sanierung der BAB A114 bei den zuständigen Stellen der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur dafür einzusetzen, dass auch auf der westlichen Seite der Autobahn Lärmschutzwände installiert werden.

Die Pankower Bezirksverordneten repräsentieren vierhunderttausend Berliner Bürgerinnen und Bürger, das sind mehr als ein Zehntel aller Berlinerinnen und Berliner. Damit haben wir eine wichtige Legitimation für unser weiteres Engagement auf Berliner Landesebene und auf Bundesebene. Beides wird jetzt notwendig sein, bis eine durchgehende Lärmschutzwand alle Buchholzerinnen und Buchholzer vor dem ständig zunehmenden Verkehrslärm der A114 schützt.

Kooperation Pankower Initiativen zur Mitgestaltung des Berliner Nordostens

Ende Juni kursierte in vielen Berliner Medien der Vorschlag einer Initiativgruppe „Bürgerstadt Buch“. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von SPD-nahen Stadtplanern, die mit ihrem Vorschlag meinen, das Berliner Wohnungsproblem lösen zu können. Dafür haben sie im Pankower Nordosten Großflächen ausfindig gemacht, die infrastrukturell günstig in der Nähe von S-Bahn und Autobahn liegen und für den Neubau von 30.000 bis 40.000 Wohnungen nutzbar sind. 100.000 Menschen könnten so eine neue Heimat finden. Zudem sollen auch noch 40.000 (!) neue Arbeitsplätze entstehen. Wo diese herkommen sollen, behält die Initiativgruppe allerdings lieber für sich. Klar, dass unser regierender Bürgermeister Müller diese Idee ausgesprochen gut findet. Ein Schelm, wer dabei an eine inszenierte Kampagne aus der Berliner SPD-Parteizentrale denkt.

Quelle: Screenshot von der Website http://www.buergerstadt-buch.de/info.php#buch

Nur leider hat die Initiativgruppe bei allem Eifer (oder bewusster Absicht) übersehen, dass die von ihr „entdeckten“ Flächen zum Großteil entweder Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiete, Kleingartenanlagen oder für Gewerbe vorgesehene Flächen sind. Die Koalitionspartner auf Landesebene als auch die BVV Pankow lehnen daher den Vorschlag einer „Bürgerstadt Buch“ ab. 

Dennoch wirkte dieser mediale Angriff wie ein Weckruf für die Pankower Initiativen, die sich für eine nachhaltige und ortsverträgliche Bebauung im Norden Pankows einsetzen. Denn die Art und Weise, wie dieses Konzept „Bürgerstadt Buch“ zeitgleich in allen wichtigen Berliner Medien lanciert und präsentiert wurde, zeigt eine neue Qualität der Einflussnahme auf die öffentliche Meinungsbildung. Offensichtlich wird hiermit versucht zusätzlichen Druck auf den Bezirk auszuüben, um die aktuellen Großbauvorhaben im Norden Pankows schneller und ohne Einbeziehung der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner voranzutreiben.

Um auf diese Entwicklung zu reagieren und über die Möglichkeiten eines gemeinsamen Vorgehens gegen die von Bezirk und Stadt isoliert geplanten Großbauprojekte im Bezirk zu beraten, treffen sich Ende Juli die Pankower Initiativen erstmalig zu einem Krisengipfel. Auch wir sind dabei!

Forderungskatalog der Bürgerinitiative Buchholz-Ost zum Bebauungsplanverfahren 3-59

Als Initiative von Bürgerinnen und Bürgern, die von dem geplanten Bauvorhaben in der Ludwig-Quidde-Straße im Stadtbezirk Pankow (Ortsteil Französisch-Buchholz) betroffen sind, fordern wir:

Realisierung einer ortsverträglichen Bebauung

Das Planverfahren 3-59 sieht die Bebauung einer im Osten des Ortsteils Französisch-Buchholz gelegenen und zum Teil landwirtschaftlich genutzten Fläche vor. Die Fläche ist vollständig von Gartengrundstücken und lockerer Bebauung mit Einfamilienhäusern umgeben. Diese, nur im Osten des Ortsteils weitgehend erhalten gebliebene, besondere Mischung, sorgt dafür, dass der ursprünglich dörflich-ländliche Charakter von Französisch-Buchholz auch heute noch deutlich wahrnehmbar ist. Dieser Charakter ist für den gesamten Ortsteil identitätsstiftend und macht ihn gegenüber anderen Berliner Ortsteilen unverwechselbar. Er muss bewahrt werden.

Daher fordern wir eine Bauplanung, die eine ortsverträgliche Bebauung vorsieht und sich hinsichtlich ihrer Baumaße und Bauformen an der umliegenden Bestandsbebauung orientiert.

Nach dem Klimamodell des Umweltatlas ist die zur Bebauung vorgesehene Fläche ein bedeutsames Kaltluftentstehungsgebiet, das zudem von einem überdurchschnittlich hohen Kaltluftvolumenstrom geprägt ist. Für die angrenzenden Siedlungsgebiete erfüllt die Fläche wichtige klimarelevante Ausgleichsfunktionen.

Daher fordern wir eine Bauplanung, welche die hohe klimatische Bedeutung des Planareals berücksichtigt, indem die Bauhöhe möglichst gering gehalten und auf eine geschlossene Bauweise weitestgehend verzichtet wird. Randbebauungen sind gänzlich zu vermeiden.[1]

Die Böden der zur Bebauung vorgesehenen Fläche werden im Umweltatlas mit höchster Schutzwürdigkeit ausgewiesen. Durch Überbauung und Versiegelung gehen diese Böden für die Allgemeinheit unwiederbringlich verloren.

Daher fordern wir eine ernsthafte Suche nach Standortalternativen für die geplante Bebauung. Ansatzpunkte für mögliche Alternativstandorte liefert das „Wohnbaukonzept für den Bezirk Pankow“. Sollte dennoch an der Bebauung der Fläche in der Ludwig-Quidde-Straße festgehalten werden, ist das Vorgehen nur im Einvernehmen mit der zuständigen Bodenschutzbehörde festzulegen und der Eingriff auf das absolut notwendige Maß zu reduzieren.[2]

Bei Berücksichtigung der begründeten Forderungen nach Ortsverträglichkeit, Bodenschutz und Erhalt der klimarelevanten Funktionen leiten sich folgende Planprämissen ab:

Die Planung soll eine maximale Geschossflächenzahl (GFZ) <0,8 sowie eine Grundflächenzahl (GRZ) < 0,3 vorsehen. Geschosszahlen sind bei direkt an die Bestandsbebauung angrenzenden Bauten auf maximal zwei Vollgeschosse zu beschränken. Eine geschlossene Bauweise ist nur entlang der Ludwig-Quidde-Straße vorzusehen. Dabei ist die maximale Gebäudelänge auf 20 m zu begrenzen und ein ausreichender Abstand zwischen den Bauten einzuplanen, um eine verträgliche Einbindung in das umliegende Siedlungsgebiet sowie eine gute Durchströmbarkeit zu gewährleisten. Zur Sicherstellung eines durchgrünten Wohnumfelds und einer angemessenen Vernetzung mit den benachbarten Grünflächen sind umfangreiche Freiflächenanteile einzuplanen, die einen unbeschränkten öffentlichen Zugang ermöglichen. Im Übergang zu den nördlich und östlich gelegenen Kleingarten- und Erholungsanlagen ist ein Kleingartenpark vorzusehen.

Ein Bebauungsplan, der sich an den vorgenannten Planprämissen orientiert, bleibt innerhalb der Rahmenvorgaben des derzeit gültigen Flächennutzungsplans(FNP), so dass eine FNP-Änderung zu dem Bauvorhaben nicht mehr erforderlich ist.

Daher fordern wir den sofortigen Abbruch des aktuell laufenden FNP-Änderungsverfahrens Nr. 08/17, welches für das Plangebiet die Anhebung der Dichtestufe von W3 auf W2 vorsieht.

Schaffung der nötigen Infrastruktur VOR Baubeginn

Der Ortsteil Französisch-Buchholz hat, wie der gesamte Berliner Nordosten, in den letzten Jahren bereits ein starkes Bevölkerungswachstum erfahren. Die vorhandene Infrastruktur stößt daher bereits heute an ihre Kapazitätsgrenzen. Dies betrifft sowohl die soziale Infrastruktur, wie Schulen, Kindertagesstätten usw., als auch die verkehrstechnische Infrastruktur. Die Anwohnerinnen und Anwohner leiden bereits heute unter den chronisch verstopften und in einem schlechten baulichen Zustand befindlichen Straßen sowie an den unzureichenden Kapazitäten des öffentlichen Nahverkehrs. Die in den letzten Jahren stark gestiegenen Pendlerströme führen zu einer zusätzlichen Verschärfung dieser Problematik. 

Bei Realisierung der derzeit geplanten Großbauvorhaben im Nordosten Berlins, zu denen auch das Bauvorhaben in der Ludwig-Quidde-Straße zählt, wird der resultierende weitere Bevölkerungszuwachs unweigerlich zu einem Verkehrskollaps im Stadtbezirk Pankow führen, wenn keine vorherige Lösung der Verkehrsproblematik gefunden und vor Baubeginn umgesetzt wird. 

Daher fordern wir die Schaffung der notwendigen verkehrstechnischen und sozialen Infrastruktur nicht nur im Bereich des Bebauungsplans in der Ludwig-Quidde-Straße sondern im gesamten Nordosten des Stadtbezirks Pankow und zwar VOR Beginn jedweder Baumaßnahme.

Durchführung eines Beteiligungsverfahrens

Zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Bezirksamt Pankow wurde im Februar 2018 ein Bündnis für Wohnungsneubau in Berlin geschlossenen, in dem auch das Bauvorhaben in der Ludwig-Quidde-Straße explizit aufgeführt wird. Beide Parteien verpflichten sich in dem Bündnis zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung, als Prinzip der politischen Willensbildung, zu den im Vertragstext benannten Bauvorhaben. Bis heute wurden weder von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung noch vom Bezirksamt Pankow entsprechende Maßnahmen zu dem Bauvorhaben in der Ludwig-Quidde-Straße eingeleitet.

Einzig eine von der BVV Pankow gemäß § 42 Bezirksverwaltungsgesetz durchgeführte Informationsveranstaltung fand im Januar 2019 zu dem Bauvorhaben statt. Die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner gehören auch zur Stadtgesellschaft und sind somit ebenso anzuhören.

Daher fordern wir den sofortigen Beginn eines Bürgerbeteiligungsverfahrens zu dem Bauvorhaben in der Ludwig-Quidde-Straße im Ortsteil Französisch-Buchholz.


[1] gemäß den Berliner Planungshinweisen Stadtklima und dem Stadtentwicklungsplan Klima
[2] gemäß den Berliner Planungshinweisen zum Bodenschutz

Grundeigentümer-Wechsel zur GEWOBAG

Wie wir erfahren haben, hat das Pankower Bezirksamt beschlossen, zugunsten der GEWOBAG das Vorkaufsrecht für einen großen Teil der Wiese östlich der Ludwig Quidde-Straße auszuüben, eine Information, die uns auf der Einwohnerversammlung am 7. Januar vorenthalten wurde. Mit dem privaten Grundeigentümer war die von uns kritisierte Massivbebauung offenbar nicht zu machen.

Die GEWOBAG dagegen hat Erfahrung mit Massenquartieren, ihr gehört beispielsweise die Paul-Hertz-Siedlung im Norden Charlottenburgs. Vor sechzig Jahren als Vorzeigebauprojekt entstanden, hört man jetzt von sozialer Schieflage, in die sie geraten sei. Und es wird die Forderung nach einem Quartiermanagement laut.

Unbeeindruckt von der Ablehnung und den klaren Argumenten der Bürgerinnen und Bürger von Buchholz-Ost setzen Pankower Verwaltung und Politik ihre falsche Baupolitik der Massenquartiere fort, die mit fragwürdigen Wachstumsprognosen der Berliner Bevölkerung begründet wird. Dabei sollte auch Politik und Verwaltung bekannt sein, dass Berlin unterm Strich jährlich rund zehntausend Einwohner an den Umland-Speckgürtel verliert.

Was bedeutet das für uns? Nicht widerlegbare Argumente sind zu wenig, um Politik und Verwaltung von unsinnigen Vorhaben abzuhalten. Wir müssen unseren Kampf verstärken.

Sozialmonitoring Berlin
(Quelle: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/06/sozial-abgehaengte-gebiete-in-berlin.html, abgerufen 21.06.2019)

Oder müssen wir das ganz anders sehen? Wollen Pankower Politik und Verwaltung nach 30 Jahren Mauerfall endlich auch einen roten Problem-Kiez in ihrem Bezirk haben, ausgewiesen auf der Karte Sozialmonitoring? Mit vielgeschossigen Beton-Riegeln an der Autobahn würden sie die besten Voraussetzungen dafür schaffen. Diese Problem-Kieze bekommen dann ein Quartiermanagement und werden gemonitort, ihre Probleme lösen können Politik und Verwaltung nicht mehr. Bisher braucht es in Buchholz-Ost kein Quartiermanagement, die Bürgerinnen und Bürger kommen ganz allein nachbarschaftlich miteinander aus. Wir wollen, dass es so bleibt.

Ausschuss Umwelt und Natur der BVV Pankow stimmt für Lärmschutz

Der Ausschuss Umwelt und Natur hat sich am 6. Juni einstimmig für Lärmschutz auf der westlichen Seite der A114 ausgesprochen. Damit dürfte die Bezirksverordnetenversammlung Pankow demnächst – wie im Antrag der CDU enthalten – das Bezirksamt auffordern, „sich im Zuge der grundhaften Sanierung der BAB A114 bei den zuständigen Stellen der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz dafür einzusetzen, dass auch auf der westlichen Seite der Autobahn Lärmschutzwände installiert werden“.

Unsere Unterstützung dieses Antrages vor der Bezirksverordnetenversammlung durch Sara Seefeldt am 10. April und am 6. Juni im Ausschuss durch Bernd Tröger war dem sicherlich förderlich.

Wir können das als ersten Erfolg verbuchen, müssen uns aber klar darüber sein, dass es noch ein langer Weg wird, bis auf unserer Seite der A114 Lärmschutzwände stehen.

Vor dem Ausschuss ging Bernd Tröger als Vertreter unserer Bürgerinitiative Buchholz-Ost auf die beiden Schallschutzgutachten Lärmvorsorge und Lärmsanierung ein, die uns seit Ende Mai vorliegen. Sie waren bei der Senatsverwaltung Umwelt, Verkehr und Klimaschutz nach Berliner Informationsfreiheitsgesetz angefordert worden. An Hand einer Schallimmissionskarte aus dem Gutachten Lärmvorsorge zeigte er, wie weit und wie stark die Buchholzer Seite lärmbelastet ist und wir sehr die Blankenburger Seite von der vorhandenen Lärmschutzwand profitiert.

Das Gutachten Lärmvorsorge habe das Ergebnis, dass keine Lärmvorsorge zu treffen sei. Es handele sich dabei im wesentlichen um ein Rechtsgutachten. Zu diesem Ergebnis könne der Charlottenburger Gutachter kommen, weil die Erneuerung A114 bewusst als „keine wesentliche Änderung“ im Sinne der geltenden Rechtslage geplant worden ist. Wäre es eine wesentliche Änderung, müsste eine Lärmvorsorge auf max. 59 Dezibel tags/ max. 49 Dezibel nachts gewährleistet werden.

Aber den Argumenten, wonach die jetzige Planung zu einer Lärmminderung führe, müsse widersprochen werden.

1. Flüsterasphalt: Als Beispiel für die begrenzte Lebensdauer von offenporigen Asphalt zitierte er einen Presseartikel über die Bundesautobahn A23 mit der Überschrift  „Flüsterasphalt macht schlapp – und das nach weniger als zehn Jahren“.

2. Geschwindigkeitsbegrenzung: Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h auf 80 km/h habe keinesfalls die lärmmindernde Wirkung, die ihr die Gutachten zuschreiben. Nicht nur wegen der fehlenden Kontrolle, die sich besonders nachts auswirke, sondern auch weil dem Lkw-Verkehr, der Hauptlärmverursacher, bei einer 100 km/h-Begrenzung lediglich 80 km/h erlaubt sind. Es ändere sich also kaum etwas, wenn nun auch die Pkws nur 80 km/h statt 100 km/h fahren dürften. Im übrigen gelte die vorgesehene Geschwindigkeitsbegrenzung schon jetzt wegen des schlechten Zustandes der A114. Unsere Anwohner würden jedoch keine Verringerung des Verkehrslärms bemerken. Im Gegenteil, sie stellten fest, dass der Verkehr ständig zunimmt und die A114 immer lauter wird.

Dann ging der Vertreter unserer Bürgerinitiative auf das Gutachten Lärmsanierung ein. Da also keine Lärmvorsorge (siehe oben) zu treffen ist, wird dort untersucht, ob die Auslösewerte für eine Lärmsanierung erreicht werden. Es wird eingestanden, dass bei vielen der A114 angrenzenden Wohngebiete die Auslösewerte für Lärmsanierung (69 Dezibel tags/ 59 Dezibel nachts) überschritten werden. Wichtig zu wissen sei, betonte er, dass der Schalldruckpegel in Dezibel ein logarithmisches Maß ist: 10 Dezibel höhere Auslösewerte bei Lärmsanierung bedeuten, dass der Verkehrslärm doppelt so laut sein darf wie bei Lärmvorsorge. Anhand einer Karte aus dem Gutachten zeigte er die Abschnitte, für die die Verkehrsplaner Lärmschutz (eigentlich) für erforderlich halten. Für diese Schutzabschnitte haben sie bereits Lärmschutzwände dimensioniert, dann wegen vermeintlich zu hoher Kosten wieder verworfen.

Der Vertreter unserer Bürgerinitiative forderte, dass die im Gutachten Lärmsanierung bereits dimensionierten Lärmschutzwände zu einer durchgehenden Wand vereint werden, die von der Anschlussstelle Pasewalker Straße bis zum Ende des Schutzabschnittes nördlich der Bucher Straße reicht.

Hinsichtlich der Kosten für die Lärmschutzwände wies er darauf hin, dass diese in Relation zu anderen Autobahn-Vorhaben in Berlin zu sehen seien: Für 3 km A100 (Neukölln bis Treptow) werden 500 Mio Euro ausgegeben, die Erneuerung von 8 km A114 sei dagegen sehr preiswert mit bisher nur 33 Mio Euro geplant.

Abschließend warf der Vertreter unserer Bürgerinitiative die Frage auf, warum den Planern durchgehende Standstreifen wichtig sind. Würden nicht auch Haltebuchten reichen? Nein, war seine Antwort darauf, denn nur durchgehende Standstreifen ließen sich jederzeit zu Fahrstreifen freischalten. Dazu bedarf es weniger Lichtsignalbrücken, die schnell aufgestellt sind. Somit könne man den Verkehrsplanern der Senatsverwaltung Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ein “Kompliment“ aussprechen: Die teure Lärmvorsorge entfällt, aber die A114 wird als sechstreifiger Zubringer zur A10 vorbereitet, die im Norden derzeit offiziell sechsstreifig ausgebaut wird. Und sogar die weniger teure Lärmsanierung muss nach Meinung der Verkehrsplaner nicht gemacht werden.

Zusammenfassend kritisierte der Vertreter unserer Bürgerinitiative, dass die Senatsverwaltung Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mit ihrer Planung entgegen den Interessen Berlins und seiner Bürger handele. Statt diese zu vertreten – die Kosten für die Erneuerung der A114 trägt der Bund – missachtet sie diese. Es sei seine Hoffnung, dass die Pankower Politiker im Interesse ihrer Bürger aktiv werden, die falsche Planung der Senatsverwaltung zu korrigieren. Allerdings dränge die Zeit, denn ab 1. Januar 2021 gehe auch die Planung der Berliner Autobahnen in die Verantwortung der Autobahn GmbH des Bundes über. Die Autobahn GmbH des Bundes wurde im September 2018 gegründet mit dem Ziel, er zitierte: „Durch kostensparende Effizienzgewinne mehr zu investieren“. Natürlich für den Verkehr, nicht für die Umwelt. Von der Autobahn GmbH dürften die Buchholzer Bürgerinnen und Bürger sicher keine Lärmschutzwände erwarten.

Europa-Wahl 2019: Offener Brief an den Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste in Pankow

Wir veröffentlichen heute, eine Woche vor der Europawahl, einen Gastbeitrag, den eine Bürgerin von Buchholz-Ost verfasst hat. Ihr ist ein Widerspruch aufgefallen:
Auf einem Wahlplakat der Partei Die Grünen setzt diese sich für Bienen und ihren Lebensraum, die Wiesen ein. Das ist genau das Gegenteil von dem, was auch nach dem Willen dieser politischen Partei mit dem Großbauvorhaben Ludwig-Quidde-Straße in Buchholz-Ost passieren soll.

Die Autorin wählt die Form einer politischen Satire. Ihr Ziel ist es nicht, den namentlich genannten Politiker persönlich in Misskredit zu bringen. Aber er ist für sie der exponierte Vertreter einer falschen Politik. Passend zu dieser Satire wählt sie ein Pseudonym.


Sehr geehrter Herr Stadtrat Kuhn,

dürfen wir hoffen? Mit großer Freude entdeckten wir bei Besorgungen, die uns aus unserem, immer als beschaulich bezeichneten Buchholz in die Hauptstadt führten, ein Plakat Ihrer Partei für die Europa-Wahl 2019:

Für Königinnenreiche auf unseren Wiesen.
Kommt, wir bauen das neue Europa!

Bitte lösen Sie gleich in Buchholz-Ost Ihr Wahlversprechen ein. Wir haben hier eine wunderschöne Wiese, die wir sofort für Königinnenreiche und den Bau des neuen Europas anbieten möchten. Leider sollen die vom Aussterben bedrohten Bienen mit ihren hübschen Königinnen und zahlreiche andere Insekten sowie Wildblumen, auch Nahrung für Schmetterlinge, von dort vertrieben werden. Hässliche Viergeschosser sollen auf ihrem Reich gebaut werden. Bitte beginnen Sie das neue Europa gleich am nordöstlichen Rand der Hauptstadt zu bauen und setzen sie sich für unser Königinnenreich in Buchholz-Ost ein.

Wir würden uns auch über diese schöne, zukunftsorientierte Werbung Ihrer Partei an den Laternenmasten in Buchholz freuen!

Mit freundlichen Grüßen Maja Wiese