Europa-Wahl 2019: Offener Brief an den Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste in Pankow

Wir veröffentlichen heute, eine Woche vor der Europawahl, einen Gastbeitrag, den eine Bürgerin von Buchholz-Ost verfasst hat. Ihr ist ein Widerspruch aufgefallen:
Auf einem Wahlplakat der Partei Die Grünen setzt diese sich für Bienen und ihren Lebensraum, die Wiesen ein. Das ist genau das Gegenteil von dem, was auch nach dem Willen dieser politischen Partei mit dem Großbauvorhaben Ludwig-Quidde-Straße in Buchholz-Ost passieren soll.

Die Autorin wählt die Form einer politischen Satire. Ihr Ziel ist es nicht, den namentlich genannten Politiker persönlich in Misskredit zu bringen. Aber er ist für sie der exponierte Vertreter einer falschen Politik. Passend zu dieser Satire wählt sie ein Pseudonym.


Sehr geehrter Herr Stadtrat Kuhn,

dürfen wir hoffen? Mit großer Freude entdeckten wir bei Besorgungen, die uns aus unserem, immer als beschaulich bezeichneten Buchholz in die Hauptstadt führten, ein Plakat Ihrer Partei für die Europa-Wahl 2019:

Für Königinnenreiche auf unseren Wiesen.
Kommt, wir bauen das neue Europa!

Bitte lösen Sie gleich in Buchholz-Ost Ihr Wahlversprechen ein. Wir haben hier eine wunderschöne Wiese, die wir sofort für Königinnenreiche und den Bau des neuen Europas anbieten möchten. Leider sollen die vom Aussterben bedrohten Bienen mit ihren hübschen Königinnen und zahlreiche andere Insekten sowie Wildblumen, auch Nahrung für Schmetterlinge, von dort vertrieben werden. Hässliche Viergeschosser sollen auf ihrem Reich gebaut werden. Bitte beginnen Sie das neue Europa gleich am nordöstlichen Rand der Hauptstadt zu bauen und setzen sie sich für unser Königinnenreich in Buchholz-Ost ein.

Wir würden uns auch über diese schöne, zukunftsorientierte Werbung Ihrer Partei an den Laternenmasten in Buchholz freuen!

Mit freundlichen Grüßen Maja Wiese

Demonstration am 09.05.2019

Fast 1.000 ! Pankowerinnen und Pankower (Meldung der rbb-Abendschau) nahmen an der Protest-Demonstration am Donnerstag 09.05.2019 in Blankenburg teil und nutzten so die Gelegenheit, ihren Unmut gegen die nicht durchdachten Bau- und Verkehrspläne von Senat und Bezirk öffentlich kundzutun. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die damit die Demonstration zu einem vollen Erfolg machten.

Dabei war die Demonstration keine rein Blankenburger Veranstaltung, sondern der Auftakt einer Kooperation mehrerer Pankower Bürgerinitiativen. Neben der federführenden „GS Anlage Blankenburg e.V.“ waren Initiativen aus der Michelangelostraße, der Elisabethaue und auch unsere Bürgerinitiative beteiligt. Ziel der Veranstaltung war es, auf die massiven Infrastrukturdefizite im Umfeld der vielen geplanten Pankower Großbauvorhaben und deren nur isolierte Berücksichtigung durch die zuständigen Planbehörden aufmerksam zu machen. Denn bis zum heutigen Tag gibt es weder vom Bezirk noch vom Senat ein schlüssiges Infrastrukturkonzept für den Stadtrandbereich Pankows. Die infolge der Veranstaltung rund um den Ortsteil Blankenburg eingetretene Verkehrsbeeinträchtigung bot dann auch schon einmal einen Vorgeschmack auf den drohenden Verkehrskollaps, wenn die Großbauprojekte wie geplant realisiert werden.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen an der Organisation und Realisierung beteiligten Mitstreiterinnen und Mitstreitern für die gelungene Protest-Veranstaltung. Ebenfalls ein herzliches Dankeschön geht auch an die Berliner Polizei, die professionell für Sicherheit rund um die Veranstaltung gesorgt hat.

Lärmschutz auf der westlichen Seite der Autobahn A 114

Sara Seefeldt, Bürgerinitiative Buchholz Ost, vor der BVV Pankow am 10.04.2019 zum TOP Ö 1.49 Lärmschutz auf der westlichen Seite der Autobahn A 114

Sehr geehrter Herr Vorsteher, Sehr geehrte Bezirksverordnete, Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst vielen Dank, dass ich hier im Namen der Bürgerinitiative Buchholz Ost vor Ihnen sprechen darf.
Die Bürgerinitiative Buchholz Ost ist jung – erst im März gegründet – aber das Problem ist alt:

Die Buchholzerinnen und Buchholzer haben auf ihrer Seite der Autobahn A114 keine Lärmschutzwände. Dass es die junge Bürgerinitiative gibt, resultiert auch aus diesem alten Problem. Denn wir sagen uns, wenn wir jetzt bei der Erneuerug der Autobahn keine Lärmschutzwände bekommen, wann dann.

Warum bekommen wir keine Lärmschutzwände bei der Erneuerung der A114? Weil uns die Senatsverwaltung vorrechnet, dass wir keine brauchen – Stichwort Beurteilungspegel. Dafür beruhigt die Senatsverwaltung uns mit Flüsterasphalt und dauerhafter 80 Stundenkilometer Geschwindigkeitsbegrenzung.

Flüsterasphalt ist offenporiger Asphalt, der in wenigen Jahren seine lärmdämmende Wirkung verliert, weil sich die Poren durch Straßenstaub und Reifenabrieb zusetzen. Der müsste also ständig erneuert werden. Und was ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung wert, die nicht überwacht wird, besonders nachts?

Dann hören wir auch noch Widersprüchliches von Senatsverwaltung und Bezirksamt. Nach der Senatsverwaltung haben wir keinen Anspruch auf Lärmschutzwände – wie bereits erwähnt – , das Bezirksamt sagt uns hingegen, dass es keinen Platz für Lärmschutzwände gibt, weil die Autobahn unmittelbar an das Naturschutzgebiet Panke angrenzt. Aber Platz für neue Standstreifen ist vorhanden, wissen wir aus der Senatsplanung.

Für Tier- und Pflanzenwelt des Naturschutzgebietes Panke wäre es ebenfalls ein Gewinn, wenn auf der angrenzenden Autobahn eine Lärmschutzwand steht. Schön begrünt würde diese den Lärmpegel um 20 dB senken und den Feinstaub und Reifenabrieb in ihrer schädlichen Wirkung auf das Naturschutzgebiet vermindern. Die Tiere könnten wieder miteinander kommunizieren, die Menschen sich bei einem Spaziergang entlang der Panke erholen und die Anwohner die Ruhe in ihren Gärten genießen. Die Renaturierung der Panke vorzuhaben, aber keine Lärmschutzwand zu errichten, macht wenig Sinn.

Die Panke gibt unserem Bezirk den Namen, sie sollte uns nicht nur im Schlosspark und im Bürgerpark etwas wert sein, sondern auch in Buchholz.

Unser Fazit: Die Autos erhalten bei Erneuerung der Autobahn Standstreifen, aber uns und der Natur an der Panke werden Lärmschutzwände verweigert. Das gefällt uns nicht, wir wollen endlich vor Lärm geschützt werden, wie seit langem die Blankenburgerinnen und Blankenburger, unsere Nachbarn auf der anderen Autobahnseite. Mit denen wollen wir gleichgestellt werden, wir möchten nicht länger benachteiligt sein.

Sehr geehrte Bezirksverordnete! Bitte zeigen Sie ihre Solidarität mit den Buchholzerinnen und Buchholzern. Stimmen Sie für Lärmschutzwände auch auf der Westseite der A114.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.